ST. MÄRGEN Thurner
Der Thurner ist eine Passhöhe und ein Weiler im Südosten der Gemeinde Sankt Märgen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald auf einer kleinen Hochebene, auf die Straßensteigen aus den Talsystemen von Zartenbach im Süden, Wagensteigbach im Nordosten, Wilder Gutach im Norden, Urach im Osten und Wutach im Südosten führen.
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Thurner liegt am Thurnerpass (1030 Höhenmeter). Den höchsten Punkt im Thurnergebiet bildet die Weißtannenhöhe (1190 Höhenmeter). Die Thurnergegend ist schwarzwaldtypisch teilweise bewaldet und teilweise landwirtschaftlich genutzt. Die Passhöhe, die das Zentrum der Siedlung bildet, befindet sich etwa sieben Kilometer südlich des Kernorts der Gemeinde St. Märgen. Der Thurner und seine Umgebung liegen im Naturpark Südschwarzwald.
Der St. Märgener Ortsteil Thurner hat eine lebendige und wechselvolle Geschichte. Im Besitz der Freiburger Patrizierfamilie Turner wurden die Wälder gerodet. Auf den frei gewordenen Flächen entstanden für die Ansiedlung der Höfe. Fortan wurde das Gebiet "auf dem Turner" genannt. Der Blick von dort oben auf 1030 m.ü.M. ist enorm. Er reicht vom Kandel bis zum Feldberg und bis in die Rheinebene und zu den Vogesen. Religiöser Mittelpunkt des Ortes ist die St.-Wolfgangs-Kapelle. Die kleine Kirche stammt aus dem 18. Jahrhundert und geht auf eine Initiative von Petrus Glunk, Abt des Klosters St. Märgen, zurück. Die drei Altäre sind mit Skulpturen der Barockbildhauers Matthias Faller geschmückt.
Schon die Römer kannten die Gegend. Hier führte eine Heerstraße von Breisach nach Bräunlingen durch. Vermutlich verlief eine der römischen Straßen über das Wagensteigtal, Spirzen und zum Thurnerpass. Später entstanden militärstrategische Schanzanlagen, eine Pferdestation für die beladenen wagen aus dem Dreisamtal, Zollstation, die für die Fuhrleute wichtige Thurnerschmiede und das Gasthaus Thurner mit der ersten Telefonstation. Gäste aus der ganzen Welt, darunter Großherzog Friedrich von Baden und die Schwarzwaldmaler Discher, Zorn und Biese waren hier zu Gast. Die Herberge wurde bereits Anfang des 15. Jahrhunderts schriftlich genannt. Seit dem 16. Jahrhundert sind die Wirte namentlich bekannt.
Unweit des Thurner ist der Hohle Graben, der bereits im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) ein wichtiger Schwarzwaldübergang war. Die mittelalterliche Straße aus dem vorderösterreichischen Breisgau und Oberelsass über den Schwarzwald nach Schwaben überschritt ihren Scheitelpunkt „auf Bernhaupten“ in einem Hohlweg, dem „Hohlen Graben“. Im Dreißigjährigen Krieg wurden hier Schanzen angelegt, die den Schweden den Weg übers Gebirge sperren sollten. In den Kriegen des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV gegen Österreich baute in den Jahren um 1700 der kaiserliche Feldmarschall Ludwig Wilhelm von Baden, der „Türkenlouis“, vom Hochrhein bei Säckingen über den Schwarzwaldkamm bis nach Pforzheim eine 160 km lange Verteidigungslinie, deren Schwerpunkt die Schanzen auf dem Hohlen Graben bildeten.
Die Anlagen konnten ihren Zweck nicht erfüllen, brachten aber der Bevölkerung schwere Bedrängnis durch Frondienste, Kämpfe und Plünderungen. Das letzte Gefecht auf dem Hohlen Graben fand im Jahr 1796 statt, als eine französische Armee sich aus Schwaben zurückzog; österreichische Truppen drängten die Franzosen über den Rhein zurück.
Erst in der Neuzeit ist das bis dahin waldfreie Gelände der alten Schanzen aufgeforstet worden. Im Zweiten Weltkrieg (1939 bis 1945) wurden im Zuge der alten Befestigungen Bunker der „Schwarzwaldkamm-Stellung“ errichtet; Kampfhandlungen fanden keine mehr statt.
Wirtschaftlich von Bedeutung sind der Tourismus sowie die Landwirtschaft und Handwerksbetriebe. Bekannt ist der Thurner vor allem durch die Thurnerspur, die als das älteste Langlaufzentrum Deutschlands gilt. Die Loipe und eine Blockhütte mit Sanitäranlagen und Kiosk wird vom Club Thurnerspur e. V. betrieben. Mehrere Rundkurse zwischen 1,5 und 18 Kilometer Länge stehen zur Verfügung, der kürzeste besitzt eine Flutlichtanlage. Der Fernskiwanderweg Schonach–Belchen verläuft auf einer Teilstrecke der Thurnerspur.
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